Dienstag, 21. August 2018

Was macht das "Sommerhaus der Stars" so viel besser?

Das Geheimnis, warum das Sommerhaus so gut funktioniert, liegt nicht daran, dass die Kandidaten gut gecastet wurden, sondern daran dass es Paare sind.

Viele dieser "gut gecasteten" Kandidaten, haben beim Dschungelcamp mitgemacht und waren ziemlich langweilig
.
Micaela Schäfer
Jens Büchner
Patricia Blanco
Angelina Heger
Matthias Mangiapane
Rocco Stark
Aurelio Savina
Nico Schwanz
Thorsten Legat
Helena Fürst


Beim Sommerhaus dagegen, sind sie richtig abgegangen. Sogar Micaela Schäfer und Nico Schwanz haben sich zum Streit hinreißen lassen. Das mit dem Casting ist also Quatsch. Wenn also diese Promis bei ähnlichen Formaten antreten, werden sie höchstwahrscheinlich wenig unterhaltsam sein.



Das Geheimnis ist das Paarformat, beziehungsweise die Gruppendynamik, die durch die Paare kreiert wird.

Bei einem Format wie das Dschungelcamp, treten die Kandidaten einzeln an. Das Erste was passiert, ist dass sich die Kandidaten einer Gruppe anschließen wollen, da keiner allein sein will. Um bei einer Gruppe aufgenommen zu werden, wird häufig das eigene Verhalten angepasst und man vermeidet den Konflikt, um nicht aus dieser Gruppe rausgeworfen zu werden.

Beim Dschungelcamp entsteht so eine große und dominante Gruppe. Konflikte sind am besten, wenn die Parteien die gleiche Stärke haben. Eine große Gruppe kann einen einzelnen ziemlich schnell zum Schweigen bringen.

Beim Sommerhaus gibt es aber von Beginn an Gruppen, die Paare. Da sie eben schon in einer kleinen Gruppe sind, müssen sie sich nicht unbedingt einer anderen Gruppe anschließen und können sich so "natürlich" verhalten, wie sie wollen. So haben wir viele kleine Gruppen, die alle nur aus 2 Personen bestehen. Wenn es dann zum Streit kommt, dann schaukelt es sich hoch, da es keine numerische Überlegenheit gibt, wird keine der Gruppen nachgeben.

Außerdem ist die Angriffsfläche größer, es muss nicht immer der Beleidigte sein, der sich über eine Beleidigung aufregt, sondern es kann auch der Partner sein, der das stellvertretend macht. Wie bei Rene Weller und seiner Frau, die wegen einer Stinke-Jacke durchgedreht ist, während es Rene Weller total egal war.

Bei anderen Reality-Formaten ist es häufig alle gegen einen. Hier sind es aber mindesten 2 Leute. Und diese Paare stacheln sich untereinander an, während eine einzelne Person negative Gefühle eher unterdrückt und sie nicht aussprechen kann oder will. Hinzu kommt noch das Verhalten der Paare untereinander. Es gibt häufig eine unglaubliche Respektlosigkeit unter den Paaren, so würde man nicht mal seine Feinde behandeln. Die Dynamik zwischen den Paaren ist also noch ein zusätzliches Plus.




Ein weiterer Vorteil ist, dass fast jedes Paar gewinnen will. Beim Dschungelcamp hingegen, will die Hälfte der Kandidaten nur die Zeit absitzen und so früh wie möglich ausscheiden. Das führt dazu, dass sie sich komplett zurückhalten, um ja nicht aufzufallen. So entstand die Langeweile der letzten Staffeln.

Die Macher wollen Stress, aber jeder der Stress verursacht, wird sofort bestraft. Die Zuschauer wählen diese Person dann zur Dschungelprüfung. Das Zuschauervoting ist wohl die schlechtmöglichste Idee, für solch ein Format. Dadurch dass die Zuschauer entscheiden wer bestraft oder belohnt wird, zwingen sie die Kandidaten sich zu verstellen.

Ein Teil der Kandidaten wollen nicht in eine Dschungelprüfung gesteckt werden und versuchen, deswegen so wenig wie möglich aufzufallen. Ein anderer Teil, der der gewinnen will, verstellt sich um bei den Zuschauern, gut anzukommen. Troublemaker haben keine Chance und werden vorher rausgewählt. Es werden keinerlei Anreize gegeben, also muss man sich nicht wundern, dass es kaum noch Stress unter den Kandidaten gibt.

Viele der Kandidaten wissen außerdem, dass sie keinerlei Chance auf den Gewinn haben und vielen bringt diese Aufmerksamkeit auch nichts, wie z.B. Sportlern. Deswegen sollte man nach dem Abschneiden in der Sendung bezahlen. Je weiter man kommt, desto mehr Geld bekommt man. So gibt es einen Anreiz für die Kandidaten, sich beim Zuschauer bemerkbar zu machen.

Die Spiele im Sommerhaus sind wirklich fast perfekt. Hier wird besonders die angesprochene Paardynamik sichtbar, bei der meistens die Frau dem Mann irgendwie lenken oder leiten muss. Die Frauen können es nicht richtig Erklären und die Männer kapieren es nicht. Das führt zu vielen unterhaltsamen Momenten.

Beim Dschungelcamp geht es nur noch darum noch mehr ekliges Zeug zu essen und bei Promi Big Brother sind die Spiele völlig belanglos.




Das einzige was ich beim Sommerhaus ändern würden, wäre die Rauswahl ein wenig zu verändern. Die Paare vergeben Punkte an alle Kandidaten (von 0-5). So müssen die Paare Farbe bekennen, wie sie zueinander stehen. Jedes Paar kann sehen was die anderen Paare von einem halten.

"Warum bevorzugen sie das andere Paar und nicht uns?"

So sehen alle wer Freund oder Feind ist.

Normalerweise wird nur das schwächste Paar gewählt, um es sich mit keinem anderen Paar zu verscherzen. Hier wird klar wen sie mögen und wen sie nicht abkönnen.

Die Punkte werden dann zusammengezählt, aber das ist noch nicht das Ende. Man kann den Punktestand noch verändern und das natürlich durch die Paarspiele. Das gibt den Spielen eine zusätzliche Würze.




Die Zukunft des Trash-TVs liegt auf jeden Fall in diesen Paar-Formaten, wie Paare, Freunde oder Familien.

Eine 3er-Gruppe aus Freunden müsste theoretisch besser funktionieren als eine 2er-Gruppe, da sie in ihren Ansichten stabiler sind und sich nicht so leicht von einer anderen Gruppe einschüchtern lassen.


Donnerstag, 12. Juli 2018

Gefragt Gejagt (2018) - Jäger-Statistik (nach 50 Folgen)



Die Zahlen die ich in Klammern angebe, sind die Werte von der letzten Staffel und sollen als Vergleich dienen. 

Der neue Jäger Manuel Hobiger ist gut gestartet und beantwortet im Duell gegen die Kandidaten, die meisten Fragen mit nur einem Fehler auf 9,8 richtige Antworten.

Klussmann hat sich leider verschlechtert, diesmal erreicht er nur 8,0 (12,5) . Dafür schnappt er 62,5% aller Kandidaten und damit die Meisten. 94,6% aller Kandidaten die ihm eine Chance geben, schnappt er.

Die Fragen scheinen schwerer zu sein als in der letzten Staffel, da der Jäger-Durchschnitt nur noch bei 8,6 (9,5) Punkten liegt. Die Jäger schnappen 58% aller Kandidaten, deutlich mehr als im letzten Jahr (38,3).

Die Höchstgebote sind von 33 Tausend auf 24 gesunken. Die Kandidaten machen deutlich mehr Fehler, sie beantworten nur 1,5 Fragen richtig pro Fehler (2,1).
Nur noch 8,5% nehmen die Hasenfußvariante (15,3).




Jacoby hatte im letzten Jahr noch die "schlechtesten" Werte (1,9) unter den Stamm-Jägern, wenn es darum ging, die Fragen im Finale zu beantworten. Er hat diesen Nachteil immer mit seiner Schnelligkeit wettgemacht. In dieser Staffel hat er bisher die beste Bilanz, mit 2,5 richtigen Antworten pro Fehler. Das ist sogar besser als 2016, obwohl es da leichter für die Jäger war, mehr Punkte zu machen.

Nagorsnik wie immer gut und wieder auf dem zweiten Platz. Hobiger schiebt sich vor Klussmann auf Rang drei. Hobiger hat einen guten Start hingelegt und nur 1 Niederlage aus 6 Folgen hinnehmen müssen.

Die Sieg-Niederlage-Ratio der Jäger ist 2,6 und somit besser als im letzten Jahr (2,0). Die Finalsumme (27.659) und der Verlust pro Sendung (10.000) haben sich halbiert. Man gewinnt durchschnittlich nur noch 19.036 Euro (30.296).




Jacoby ist mit 17,2 Punkten klar der Beste. Er hat sich um 2,2 Punkte verbessert. Letztes Jahr war der Abstand zwischen Jacoby und Klussmann nur 0,4 Punkte, jetzt hat sich der Abstand auf 4,4 Punkte vergrößert.

Es sind nur noch 1,8 Kandidaten im Finale (2,5) und sie erreichen nur noch 12,4 Punkte (13,7).




In der Gesamtwertung ist Nagorsnik der Beste, knapp vor Jacoby. Hobiger kann mit den Stamm-Jägern mithalten und belegt Rang 3. 
Nagorsnik ist zwar hier der Beste, aber Jacoby's Schnelligkeit macht ihn eigentlich besser, aber das kann man hier nicht wirklich mit einberechnen (zumindestens bisher nicht).

Die große Überraschung ist auf jeden Fall Jacoby, nachdem es im letzten Jahr noch so aussah, als könnte Klussmann nach dem Abgang Waldenberger's den obersten Platz übernehmen, hat sich nun das Blatt gewendet und Klussmann belegt nun nur den 4. Platz, während Jacoby, der eigentlich den 3. oder 4. Platz hätte einnehmen sollen, nun nur ganz knapp die spitze verpasst.